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Vortrag
Vortrag mit Shoah – Archiv
Die Initiative Nordbahnhof Bochum e.V. lädt ein zu seinem nächsten
Vortrag im Nordbahnhof Bochum.
*„Shoah – Archiv, Film, Zeugnis. Zur dokumentarischen und fiktionalen
Repräsentation des Zivilisationsbruchs“*
Vortrag mit Filmsequenzen aus Lanzmanns „Shoah“, Spielbergs „Schindlers
Liste“, Benignis „Das Leben ist schön“, Costa-Gavras „Der Stellvertreter“
Nikolai Schühly/ Dr. Rudolf Tschirbs
Lanzmanns Opus stellt dokumentarisch einzigartige Zeugnisse von
Erinnerungsarbeit bereit. Dabei verzichtet er nach unserer Auffassung
keineswegs auf dramaturgisch berechnete Inszenierung. Und – wider Willen
– deckt er schwerpunktmäßig den nachwirkenden Antisemitismus der
polnischen Zivilbevölkerung auf. Die ethisch problematischen Interviews
mit niederen NS-Amtsträgern müssen denn auch durch Monologe eines
auktorialen Erzählers (Raul Hilberg) kompensiert werden.
Grundsätzlich sollen auch die Spielfilmsequenzen sich der Frage stellen:
Athenes Rat an Perseus, das schreckliche Haupt der Medusa nicht direkt
anzusehen, sondern nur im Spiegelbild des blanken Schildes, deutet
Sigfried Kracauer in dem Sinne, „daß wir wirkliche Gräuel nicht sehen
und auch nicht sehen können, weil die Angst, die sie erregen, uns lähmt
und blind macht. Und daß wir nur dann erfahren werden, wie sie aussehen,
wenn wir Bilder von ihnen betrachten, die ihre wahre Erscheinung
reproduzieren“. Ist mit Athenes blankem Schild die Filmleinwand gemeint,
und trifft die These Kracauers zu, wenn wir Haufen gemarterter
menschlicher Körper in Filmen über Konzentrationslager erblicken – und
das heißt erfahren -, erlösen wir dann „das Grauenhafte aus seiner
Unsichtbarkeit hinter den Schleiern von Panik und Phantasie“?
Bitte melden Sie sich an unter: anmeldung@initiative-nordbahnhof-bochum.de
<anmeldung@initiative-nordbahnhof-bochum.de>*Veranstaltungsort*
Nordbahnhof
Ostring 15 | 44787 Bochum