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Veranstaltungen der Gedenkstätte Steinwache bis Jahresende
Freunde der Steinwache,
von den Folgen des
Krieges in der Ukraine für dort noch lebende Opfer der NS-Verfolgung, über
Gedanken zu einem zeitgemäßen Umgang mit der NS-Vergangenheit, eine bemerkenswerte
Biographie über den ersten Kanzler der Bundesrepublik, jüdisches Leben
auf dem Land und jüdisches Exil in den USA bis hin zur Analyse der aktuellen
extremen Rechten – wir haben in den nächsten Wochen einige sehr interessante
Themen im Angebot und freuen uns über Besuch!
Herzliche Grüße,
Markus Günnewig
Ausstellungseröffnung,
03.11.2026, 19:00
Uhr in der Petrikirche,
Petrikirchhof 1, 44137 Dortmund
„Vielleicht erlebe
ich den Frieden noch.“ Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine
Die Ausstellung porträtiert
zehn Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Sie waren als Jugendliche
zur Zwangsarbeit deportiert oder mit ihren Eltern verschleppt worden, einige
wurden in der Zwangsarbeit geboren. Porträtiert werden auch Rom*nja, die
die deutsche Besatzung erlebten. Der ukrainische Fotograf Kostyantyn Chernichkin
hat die Menschen, deren Alltag vom Krieg geprägt ist, 2024 und 2025 besucht.
Die Ausstellung wurde entwickelt vom „Hilfsnetzwerk für Überlebende der
NS-Verfolgung in der Ukraine“, dem 47 Gedenkstätten, Stiftungen und zivilgesellschaftliche
Erinnerungsinitiativen angehören, auch die Steinwache. Ziel ist es, Überlebende
der NS-Verfolgung und ihre Familien mit Hilfe von NGOs vor Ort zu unterstützen.
Stefanie Bilinski,
Historikerin beim NS-Dokumentationszentrum in Köln und Ausstellungsmacherin,
führt in die Ausstellung ein.
In Kooperation
mit der Ev. Stadtkirche Sankt Petri, der
Gesellschaft
für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e. V. und der VHS Dortmund
(Korrigieren
„Museen erleben“)
Vortrag, 10.11.2026,
18:00
Uhr in der Jüdischen
Gemeinde, Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9, 44135 Dortmund
Susanne Siegert:
Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern
muss
Unsere Erinnerungskultur
muss sich verändern. Wie und warum, legt Susanne Siegert in diesem Vortrag
dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem
Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle
unserer „einstudierten“ gemeinsamen Rückschau mit den Opfern. Es geht
um weniger bekannte NS-Verbrechen, um weniger bekannte Orte, um bisher
vernachlässigte Opfergruppen. Gleichzeitig zeigt sie
in ihrem dem Vortrag zugrundeliegenden Buch, wie wichtig eine aktivere,
vielfältigere Gedenkkultur ist, um künftige Generationen auch ohne direkte
Zeitzeugenberichte zu erreichen.
Susanne Siegert, geboren
1992, ist Journalistin und eine der bekanntesten Stimmen der digitalen
Erinnerungskultur in Deutschland. Sie klärt auf Instagram und TikTok über
den Holocaust auf. Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie
2024 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.
Eine Kooperation mit
ADIRA, Antidiskriminierungsberatungsstelle der Jüdischen Gemeinde Dortmund,
der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und Auslandsgesellschaft.de.
Für diese Veranstaltung
ist eine Anmeldung notwendig: kontakt@adira-nrw.de
Buchvorstellung, 26.11.2026,
19:00 Uhr im Stadtarchiv, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund
Norbert Frei: Konrad
Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe
Unter den Kanzlern
der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es,
der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung
bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert.
Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen
auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist
es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute
ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker
Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass
für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte
nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst.
Norbert Frei ist Professor
em. für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität
Jena und Autor der Standardwerke «Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der
Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit» (2012) und «Der Führerstaat. Nationalsozialistische
Herrschaft 1933 bis 1945» (2013).
Vortrag, 02.12.2026,
19:00 Uhr im Stadtarchiv, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund
Gisbert Strotdrees:
Jüdisches Landleben: Vergessene Welten in Westfalen. Das Landjudentum von
seiner Entstehung seit dem Mittelalter bis zur völligen Zerstörung während
des Nationalsozialismus
Seit Jahrhunderten
lebten Jüdinnen und Juden im ländlichen Westfalen. Ihre Lebenswelt wurde
in der NS-Zeit brutal zerstört. Der Historiker und Journalist Gisbert Strotdrees
rekonstruiert in seinem Vortrag das jüdische Dorf- und Kleinstadtleben
zwischen Rhein und Weser. Der Autor lässt die Lebensumstände und Schicksale
der jüdischen Minderheit durch die Jahrhunderte lebendig werden, thematisiert
ihre Verfolgung und Ermordung in der NS-Zeit, aber auch die Rückkehr der
wenigen Überlebenden nach Kriegsende 1945.
Gisbert Strotdrees
beschäftigt sich in seinen Publikationen vorrangig mit der Alltagskultur,
Agrargeschichte und Sozialgeschichte Westfalens und Nordwestdeutschlands.
Seit 2001 ist er Mitglied der Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen
und seit 2003 Lehrbeauftragter für „Journalismus und Wissenschaft (Geschichte/Alltagskulturforschung)“
am Historischen Seminar – Abteilung für westfälische Landesgeschichte
– der Universität Münster.
Eine Kooperation mit
der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und ADIRA, Antidiskriminierungsberatungsstelle
der Jüdischen Gemeinde Dortmund und der Gesellschaft für christlich-jüdische
Zusammenarbeit.
Buchvorstellung, 10.12.2026,
19:00 Uhr im Stadtarchiv, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund
Volker Weiss: Das
Deutsche Demokratische Reich
In seinem hochaktuellen
Buch bietet Volker Weiß eine tiefgehende und historisch fundierte Zeitdiagnose
zur AfD und der extremen Rechten. Scharfsinnig enthüllt er, wie die extreme
Rechte von dem Ziel getrieben ist, den westlichen Liberalismus zu überwinden
und eine alternative Geschichtsdeutung durchzusetzen. Mit neuen beeindruckenden
Details und einer Analyse der rechten Gegenerzählungen seziert der Autor
die neurechte Szene. Die widersprüchlichen, verklärenden und oft schrillen
Geschichtskonstruktionen der extremen Rechten weisen auf ein Ziel: ein
»Deutsches Demokratisches Reich« als Synthese aus den autoritären Systemen
der deutschen Vergangenheit. Eine kluge wie schonungslose Darstellung der
strategischen Umdeutung unserer Geschichte und der gezielten Zerstörung
demokratischer Werte durch die extreme Rechte.
Der Historiker Dr.
Volker Weiß war viele Jahre als Fachautor für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte,
Jungle World, Frankfurter Rundschau, FAZ, Taz, Spiegel-Online tätig und
schreibt heute exklusiv für SZ. Er ist einer der besten Kenner der neurechten
Szene. Sein Buch „Die autoritäre Revolte. Die neue Rechte und der Untergang
des Abendlandes“ gilt als Standardwerk zum Thema und wurde für den Preis
der Leipziger Buchmesse 2017 nominiert.
In Kooperation
mit Auslandsgesellschaft.de. und der VHS Dortmund (Korrigieren „Museen
erleben“)
Öffentlicher Stadtrundgang,
01.11., 06.12.2026, 14:30–16:00 Uhr
NS-Verfolgung in
Dortmund
Anhand historischer
Schauplätze werden die Geschichte und die Funktion des ehemaligen Polizeigefängnisses
im Nationalsozialismus veranschaulicht. Im Mittelpunkt stehen dabei die
mit diesen Orten verknüpften Schicksale der Verfolgten und ihre persönlichen
Geschichten. Gefragt wird auch nach den Täter*innen bzw. Verantwortlichen
und dem gesellschaftlichen Umfeld. Wie wirkte sich die breite Akzeptanz
und Unterstützung der NS-Verbrechen konkret für die Verfolgten aus?
Start vor dem Museum
für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastr. 3, 44137 Dortmund
Ohne Anmeldung
Kostenfrei
Öffentlicher Stadtrundgang,
15.11., 20.12.2026, 14:30–16:00 Uhr
Dortmund und der
Holocaust
Es werden Orte im Innenstadtbereich
aufgesucht, die einen Bezug zur antisemitischen Verfolgung in den 1930er
Jahren sowie zum Holocaust haben. Dabei wird deutlich, dass dieser „vor
unser aller Haustür“ begann. Welche Spuren gibt es heute noch? Welche
Orte waren von Bedeutung? Diesen und anderen Fragen werden wir gemeinsam
nachgehen.
Start vor dem Museum
für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastr. 3, 44137 Dortmund
Ohne Anmeldung
Kostenfrei
Ausstellung, 03.11.-21.11.2026,
Di.-Fr. 11-17:00 Uhr, Sa. 10-16:00 Uhr, Petrikirche, Petrikirchhof 1, 44137
Dortmund
„Vielleicht erlebe
ich den Frieden noch.“ Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine
Die Ausstellung porträtiert
zehn Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Sie waren als Jugendliche
zur Zwangsarbeit deportiert oder mit ihren Eltern verschleppt worden, einige
wurden in der Zwangsarbeit geboren. Porträtiert werden auch Rom*nja, die
die deutsche Besatzung erlebten. Der ukrainische Fotograf Kostyantyn Chernichkin
hat die Menschen, deren Alltag vom Krieg geprägt ist, 2024 und 2025 besucht.
Die Ausstellung wurde
entwickelt vom „Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der
Ukraine“, dem 47 Gedenkstätten, Stiftungen und zivilgesellschaftliche
Erinnerungsinitiativen angehören, auch die Steinwache. Ziel ist es, Überlebende
der NS-Verfolgung und ihre Familien mit Hilfe von NGOs vor Ort zu unterstützen.
Spendenmöglichkeit über die Website des Hilfsnetzwerks: hilfsnetzwerk-nsverfolgte.de.
In Kooperation mit
der Ev. Stadtkirche Sankt Petri und der
Gesellschaft für christlich-jüdische
Zusammenarbeit Dortmund e. V.
Ausstellung, 06.11.-18.12.2026,
Mo-Fr 8-20:00 Uhr,
Auslandsgesellschaft,
Steinstraße 48, 44147 Dortmund
Flucht Dortmunder
Jüdinnen und Juden in die USA, 1933-1945
Ausstellung in der
Veranstaltungsreihe „250 Jahre USA“
Die meisten der jüdischen
Familien aus Deutschland wie auch aus Dortmund suchten Zuflucht in den
Vereinigten Staaten von Amerika, um der Verfolgung in der Heimat zu entkommen.
Doch längst nicht alle gelangten dorthin. Von einigen Dortmunder Familien,
die es schafften, den sicheren Hafen USA zu erreichen, berichten die in
dieser Ausstellung präsentierten Fluchtgeschichten.
Der Kurator Dr. Rolf
Fischer, Historiker und freier Mitarbeiter der Gedenkstätte Steinwache,
forscht und publiziert zu den Themen jüdische Geschichte, Antisemitismus
und Holocaust.
Eine Kooperation mit
Auslandsgesellschaft.de.
In der Woche vom 14.-18.12.
schließt die Ausstellung schon um 16:00 Uhr.
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Dr. Markus Günnewig
Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Stadtarchiv Dortmund
Märkische Straße 14
44122 Dortmund
Telefon: 0231 – 5027685
Telefax: 0231 – 5026011
www.facebook.com/steinwache
www.instagram.com/gedenkstaette_steinwache

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