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Szenische
Szenische „In der ganzen Zeit in Auschwitz habe ich an nichts mehr gedacht und nichts mehr gefühlt“
*Szenische Lesung: „In der ganzen Zeit in Auschwitz habe ich an nichts
mehr gedacht und nichts mehr gefühlt“*
Ensemblemitglieder des Schauspielhauses Bochum lesen aus
autobiografischen Texten von KZ-Überlebenden
So erinnerte sich der Bochumer Jude Alfred Salomon, der im März 1943 als
junger Mann nach Auschwitz deportiert und im Frühjahr 1945 von
amerikanischen Truppen in Magdeburg befreit wurde. Dazwischen lagen zwei
Jahre brutaler Haft und Zwangsarbeit in Auschwitz-Monowitz, der
„Todesmarsch“ von Auschwitz nach Buchenwald und von dort weiter nach
Magdeburg im kalten Winter Anfang 1945. Nach der Kapitulation der
deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 kam er nach Bochum zurück und baute
sich ein neues Leben auf. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten
verdrängte er „alles“ und fing erst im Alter damit an, seine
Erinnerungen an die KZ-Haft mit anderen Menschen zu teilen.
Wie ihm erging es auch Rolf Abrahamsohn aus Marl, der in dreieinhalb
Jahren sieben Konzentrationslager überlebte, darunter das Außenlager
„Bochumer Verein des KZ Buchenwald“. Ruben Horst Möller wurde Ende
Januar 1942 als Kind auf demselben Transport nach Riga
geschickt wie seine Lehrerin Else Hirsch. Die Verfolgungsgeschichten der
drei weisen Überschneidungen auf, ihre Nachkriegsbiografien auch große
Unterschiede. Gemeinsam war ihnen der reflektierte Rückblick auf ihr
Leben. Dass sie ihr Überleben manchem Zufall verdankten,
war ihnen bewusst. Im fortgeschrittenen Alter stellten sie sich der
Aufgabe, Bericht zu erstatten, leisteten ihren Beitrag zur
Erinnerungskultur.
Oliver Möller, Konstantin Bühler und Mona Vojacek Koper vom
Schauspielhaus Bochum haben sich mit den niedergeschriebenen
Erinnerungen der drei Holocaust-Überlebenden auseinandergesetzt und
lassen sie in einer szenischen Lesung 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs wieder aufleben. Die repräsentative Schalterhalle des
ehemaligen Nordbahnhofs ist gleichermaßen Bühne und Kulisse.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Befreit – und dann? Eine Nachlese
zum Kriegsende vor 80 Jahren“ der Initiative Nordbahnhof Bochum e.V.
(www.initiative-nordbahnhof-bochum.de/veranstaltungen.html).
Anmeldung erbeten unter: anmeldung@initiative-nordbahnhof-bochum.de
*Veranstaltungsort*
Gedenk- und Erinnerungsort Nordbahnhof Bochum
Ostring 15, Bochum