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Neuerscheinung
Forum Geschichtskultur Ruhr 2/26
Emscher, Regionalverband Ruhr/Referat Sport, Kultur und Industriekultur,
Ruhr Museum, Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und Stiftung
Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur (Hg.): Forum
Geschichtskultur Ruhr, Heft 2/2026: Zwischen Kohle und Kreuzchen. Wahlen
im Ruhrgebiet. Klartext Verlag, Essen 2026, ISSN: 1436-7661, 9,00 €*
Bestellmöglichkeit: Klartext Verlag
<klartext-verlag.de/buecher/zeitschriften/>
Das Ruhrgebiet gilt historisch und politisch oft als Sonderfall. Die
Beiträge dieses Heftes werfen angesichts der bevorstehenden
NRW-Landtagswahl im Frühjahr 2027 einen differenzierten Blick auf das
Wahlverhalten und die Demokratiegeschichte des Reviers – von den 1930er
Jahren über den Neubeginn 1945 bis zu den tiefgreifenden politischen
Verschiebungen der Gegenwart.
* Stefan Goch zeichnet nach, wie es der NSDAP ab Mitte der
1920er-Jahre gelang, trotz der spezifischen Sozialstruktur des
Ruhrgebiets feste Strukturen zu etablieren. Er schließt mit der bis
heute offenen Frage, warum bereits 1933 Hunderttausende im Revier
ihre Hoffnung in die Diktatur setzten.
* Den Blick zurück auf die erste demokratische Wahl im Jahr 1919
richtet Uta C. Schmidt. Sie zeigt auf, dass die kommunale
Gestaltungskraft der Frauen stark im sozialen Raum verhaftet blieb,
und verdeutlicht, warum Frauenverbände schon früh gegen ihre
strukturelle Unterrepräsentanz aufbegehrten.
* Die 1946 von den Briten eingeführte kommunale Doppelspitze steht im
Fokus der Untersuchung von Daniel Schmidt. Obwohl dieses Modell
Sachkompetenz mit demokratischer Legitimation vereinte, führte es zu
permanenten Kompetenzstreitigkeiten – und bewährte sich dennoch in
den Jahren des Wiederaufbaus.
* Den extremen „Männermangel“ der Nachkriegszeit beleuchtet Susanne
Abeck. Angesichts einer deutlichen Frauenmehrheit mussten die
Parteien Wählerinnen völlig neu ansprechen. Erst mit den Wahlen
Anfang der 1950er-Jahre begann die anfängliche Gunst bei den
Wählerinnen für die CDU zu kippen.
* Rainer Bovermann gliedert die Geschichte der Ruhr-SPD von 1947 bis
2022 in vier prägende Phasen – vom Aufstieg zur führenden
politischen Kraft bis zur aktuellen Krise. Daraus ableitend wirft er
die brisante Frage auf, ob aus der ehemaligen SPD-Herzkammer bei der
kommenden Landtagswahl eine AfD-Hochburg werden könnte.
* Auf die erste Wahl zum Duisburger Ausländerbeirat im Jahr 1985
konzentriert sich Caner Tekin. Er macht deutlich, dass trotz
begrenzter Macht und enttäuschter Erwartungen damals entscheidende
Dialogstrukturen zwischen Migrantinnen und Migranten sowie den
Verwaltungen aufgebaut wurden.
* Den ökonomischen und soziokulturellen Hintergrund der Region seit
den 1960er-Jahren skizziert schließlich Karsten Rudolph. Er
veranschaulicht, warum das Revier trotz milliardenschwerer Hilfen
von Bund und EU eine wirtschaftliche Ausnahmeerscheinung bleibt, die
bis heute mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat.
Neben den sieben Schwerpunkttexten stehen wie gewohnt zahlreiche
Beiträge, Ausstellungshinweise, Rezensionen und Annotationen. Die
Ruhrgebietsbibliografie finden Sie hier
<www.geschichtskultur-ruhr.de/wp-content/uploads/Ruhrgebietsbibliografie-02-26-1.pdf>
in einer ausführlicheren Version als im Heft.
Das Inhaltsverzeichnis lässt sich hier
<www.geschichtskultur-ruhr.de/wp-content/uploads/inhaltsverzeichnis-fgr_02_2026.pdf>
einsehen.