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Neuerscheinung
Forum Geschichtskultur Ruhr 2-25

*FORUM GESCHICHTSKULTUR RUHR, Heft 2/25: „Liebe zwischen Lippe und Ruhr.
Ein historisch fundiertes Aufklärungsheft“. Hrsg. vom Deutschen
Bergbau-Museum Bochum, Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher,
Regionalverband Ruhr/Referat Sport, Kultur und Industriekultur, Ruhr
Museum, Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und Stiftung
Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Essen: Klartext Verlag
2025, **104 Seiten, **ISSN 1436-7661, 9,00 € / 5,00 € (E-Paper)
*
Dating-Apps, Fernbeziehungen, Liebesbriefe im Chat – Liebe scheint heute
grenzenlos. Doch schon vor Jahrhunderten wurde sie verhandelt,
reglementiert, idealisiert. Unser Themenschwerpunkt zeigt, wie sehr das,
was wir Liebe nennen, immer auch ein Spiegel gesellschaftlicher Normen
ist. Denn Liebe, so macht Jochem Kotthaus gleich zu Beginn deutlich, ist
aus soziologischer Sicht ein Produkt von Sozialisation, Erziehung und
Prägung. Wie stark sie mit Fantasie und Wunschdenken verknüpft sein
kann, zeigt Maria Perrefort am Beispiel von Sophie Marks und Alexander
Haindorf, die um 1800 vor allem über Briefe miteinander verbunden waren.

Mit der Arbeitsmigration im 19. Jahrhundert erweiterte sich das Spektrum
möglicher Beziehungen. Besonders im Ruhrgebiet, wo Menschen aus vielen
Ländern zusammenkamen, nahmen binationale Ehen deutlich zu – und die
hiesigen Standesbeamten galten bald als Experten. Christoph Lorke
beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Staat, Gesetz und Paaren, die
gegen Vorurteile ankämpften. Auch gesellschaftliche Schranken stehen im
Mittelpunkt weiterer Beiträge: Dimitrij Owetschkin untersucht
interkonfessionelle Beziehungen, Mareen Heying und Giovanna Gilges das
politische Engagement von Sexarbeiterinnen in der sogenannten
Hurenbewegung, die auch im Ruhrgebiet für Anerkennung und Rechte
kämpfte. Einen bis heute nur wenig beleuchteten Aspekt greift Stefan
Nies auf: die queere Geschichtsschreibung in der Region. Nach Recherchen
in zahlreichen Archiven und Museen fällt sein Fazit ernüchternd aus –
von einer intensiven Auseinandersetzung mit queeren Perspektiven kann
bislang kaum die Rede sein.

Neben der Liebe in all ihren Facetten – mitunter auch mit einem
augenzwinkernden Blick auf den Fußball – widmet sich dieses Heft der
lebendigen Industriekultur. Vorgestellt werden die Gründung des
Bundesverbands Industriekultur Deutschland e. V. und die Idee eines
„Kompetenzzentrums Industriedenkmalpflege“. Weitere Beiträge erinnern an
Projekte zur NS-Euthanasie und zur Migration nach 1945. Wolfgang Jäger
porträtiert die IG-Bergbau-und-Energie-Vorsitzenden Walter Arendt und
Adolf Schmidt – beide Jahrgang 1925.

Die Mitteilungen der Herausgeber verdeutlichen erneut die Vielfalt und
Relevanz der dortigen Forschungs-, Ausstellungs-, Vernetzungs- und
Bauprojekte. Hinweisen möchte ich auf den 13. Geschichtskonvent am
28.11., der unter dem Motto „Geschichte aktuell: neuer Schwung in der
Geschichtsarbeit“ aktuelle Themen und Vermittlungsformen der regionalen
Geschichtskultur in den Blick nimmt.

Das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier
<www.geschichtskultur-ruhr.de/wp-content/uploads/forum-02-2025.pdf>.
Das Heft ist beim Klartext Verlag
<klartext-verlag.de/buecher/zeitschriften/forum-geschichtskultur-ruhr>
bestellbar.