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Neuerscheinung
Aktivist*innen im Archiv
Frauenforschung bis zu queeren Interventionen. Leipzig: Orlando Verlag
2025, 120 Seiten, 978-3949545719, 20,00 €*
Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen wurden in der
BRD in den 1970er Jahren von feministischen Aktivist*innen mit dem
Bestreben gegründet, die Geschichte der autonomen Frauen- und
Lesbenbewegungen und damit der eigenen
politischen Arbeit zu dokumentieren.
Seit über 45 Jahren sammelt die LIESELLE
<lieselle.asta-bochum.de/> (Queer*feministische Bibliothek und
Archiv an der Ruhr-Universität Bochum) Materialien der autonomen Frauen-
und Lesbenbewegung. Der vorliegende Band zeigt eine Auswahl der Bücher,
Flugblätter, Plakate und Schriftstücke, die von der Künstlerin Julia
Lübbecke fotografisch in Szene gesetzt und von Wissenschaftler*innen,
Student*innen und Zeitzeug*innen neu eingeordnet werden. Die
vorgestellten Dokumente, Publikationen und Objekte vermitteln einen
beeindruckenden Überblick über die Entwicklung feministischer,
queerer und antirassistischer Kämpfe.
Dabei war es der Herausgeberin, Katja Teichmann wichtig, einen
besonderen Fokus auf die »Leerstellen« im Archiv zu legen und
Materialien und Autor*innen vorzustellen, welche die Bedeutung
(post-)migrantischer Perspektiven und antirassistischer Kämpfe für die
Frauenbewegung verdeutlichen. U.a. mit Beiträgen von Laura Méritt, Karin
Aleksander und Fallon Tiffany Cabral.
»/Die Publikation möchte auch danach fragen, was sich jenseits der
Bestände, die vor allem die Geschichte weißer, westdeutscher
Akademiker*innen erzählen, in den Regalen und Archivkartons befindet. Im
Bewusstsein der Leerstellen im Archiv werden auch und gerade Materialien
und Autor*innen vorgestellt, die die Bedeutung (post-)migrantischer
Communitys für Frauen-/Lesbenbewegungsgeschichte sowie antirassistische
Kämpfe von BIPoC sichtbar machen./« Katja Teichmann