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Dr. Lutz Heidemann verstorben
Gelsenkirchener Stadtplaner und Denkmalschützer wurde 87 Jahre alt*
GE. Am vergangenen Samstag (13.12.2025) ist der ehemalige Stadtplaner
Lutz Heidemann gestorben. „/Er zählt für mich zu einer Reihe von
Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit ihrem
beispielhaften Engagement, sowohl als Einzelpersonen wie auch in
Vereinen, bleibende Verdienste um die lokale Geschichtsschreibung, die
Orts- und Heimatkunde und nicht zuletzt auch die Gelsenkirchener
Erinnerungskultur erworben haben. Er wird eine nur schwer zu füllende
Lücke hinterlassen/“, würdigt ihn Dr. Daniel Schmidt, Leiter des
Instituts für Stadtgeschichte, in einer ersten Reaktion.
Dr. Lutz Heidemann hat sich bereits während seiner Tätigkeit als
Stadtplaner bei der Stadt Gelsenkirchen ab 1972 bleibende Verdienste um
den Denkmalschutz und den Erhalt historischer Bauwerke im Stadtbild
Gelsenkirchens erworben – insbesondere ist sein Engagement für die
Restaurierung und Umnutzung von Schloss Horst in den 1980er und frühen
1990er Jahren hervorzuheben. Er war dort bis 2001 als Leiter der
Abteilung für Vorbereitende Bauleitplanung und als stellvertretender
Amtsleiter tätig. Zeitweilig war er auch Leiter der Unteren
Denkmalbehörde. Zu seinen Aufgabengebieten gehörten u. a. die
Fortschreibung des Flächennutzungsplanes, die Abstimmung mit der
Regionalplanung und die Durchführung von Vorbereitenden Untersuchungen
für Festlegungen von Sanierungs- und Stadterneuerungsgebieten.
Im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Bergarbeitersiedlung Flöz
Dickebank thematisierte Heidemann zusammen mit Wolfram Schneider die
Rolle des Werks- und Genossenschaftswohnungsbaus für die
Stadtentwicklung von Gelsenkirchen. Ein Ergebnis war die von der Stadt
herausgegebene „Dokumentation von Werkssiedlungen in Gelsenkirchen von
Beginn der Industrialisierung bis 1933“. Während der von 1989 bis 1999
durchgeführten Internationalen Bauausstellung Emscher Park war er an
mehreren Gelsenkirchener Projekten beteiligt. Dazu gehörte auch das
Stadterneuerungsgebiet Bismarck / Schalke-Nord.
Seit seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2001 hat Dr. Heidemann
zahllose größere und kleinere stadtgeschichtliche Forschungsarbeiten
angestoßen und abgeschlossen, zumeist in engem Kontakt mit dem Institut
für Stadtgeschichte und als aktives Mitglied des Forums Geschichtskultur
an Ruhr und Emscher e.V. Sein Ausgangspunkt war dabei stets die Bau- und
Architekturgeschichte, die er kenntnisreich mit alltags-, sozial- und
wirtschaftshistorischen Aspekten zu verbinden vermochte.
Dr. Lutz Heidemann recherchierte mit Akribie, auf seine Erfahrungen als
Stadtplaner aufbauend, und vertrat seine Forschungsstandpunkte mit Elan
und großem Nachdruck. Für seine Forschungen wurde er mehrfach mit
Preisen im Rahmen der verschiedenen Geschichtswettbewerbe des Forums
Geschichtskultur an Ruhr und Emscher ausgezeichnet.
Dr. Heidemanns Produktivität war bis zu seinem Tod ungebrochen: In
seiner jüngsten Veröffentlichung, die er im Eigenverlag herausgebracht
hat, befasst er sich mit der jüdischen Gemeinde von Buer und der
ehemaligen Synagoge in der Maelostraße. Diese Arbeit zeigt exemplarisch
seinen Anspruch, die Vergangenheit nicht auf einen Aspekt zu reduzieren,
sondern die Vergangenheit in ihrer Vielschichtigkeit lebendig werden zu
lassen.
15. Dezember 2025, 13:46 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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