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Vortrag und Zur Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht aus Bochumer Perspektive
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Erfolgsgeschichte oder langer Weg?
Zur Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht aus Bochumer Perspektive*
Vortrag und Gespräch mit Dr. Ralf Feldmann
Die Justiz danach hat die Verbrechen von Richtern im Nationalsozialismus
nie bestraft: nicht die furchtbaren Strafrichter für Tausende maßlose
Todesurteile, nicht die Justizelite in den Justizverwaltungen, die
Unrecht und Verbrechen von Anfang an administrativ umsetzten und
absicherten. In der eigenen historischen Erinnerung der Justiz daran
waren Justizangehörige eher dem Regime machtlos ausgelieferte Opfer, die
das Schlimmste verhindern wollten, kaum je Mittäter von
Menschenvernichtung. Achtungsvoll gedachte man ihrer in
Präsidentengalerien von Gerichten. Wer gehorsam mitmachte, sah sich im
Nachhinein als tragisch gescheiterter Diener des Rechts, ja als
Widerständler verklärt. Diese vergangenheitspolitische Sicht gab es auch
in Nordrhein-Westfalen.
Ralf Feldmann berichtet aus Bochumer Perspektive mit eigenen Erlebnissen
aus seinem Richterleben wie schwierig – letztlich unabgeschlossen – es
war und ist, dieses Narrativ innerhalb der Justiz aufzubrechen: keine
Erfolgsgeschichte, aber die Öffnung zum ethischen Minimum und zur
historischen Wahrheit.
/Dr. Ralf Feldmann, Richter im Ruhestand, 1949 geboren und aufgewachsen
in Olpe (Sauerland). Ab 1968 Studium in Freiburg, Marburg und Bochum:
Jura, daneben Geschichte und Politik. 1976 bis 2013 Richter in Bochum.
Zeitweise abgeordnet an die Fernuniversität Hagen, Mitarbeit und
Promotion bei Prof. Thilo Ramm. Am Landgericht in jungen Jahren in der
Präsidialverwaltung für Richterpersonalangelegenheiten zuständig. Später
am Amtsgericht lange Jahre Familienrichter. Im Leben und im Beruf
engagiert gegen Rechts, für Frieden und einen säkularen Staat./
Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Forums
<fritz-bauer-forum.de/de/>.
*Veranstaltungsort*
Fritz Bauer Forum
Feldmark 107, 44803 Bochum