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Neuerscheinung
Westfälisches Revier in Bewegung – Zwischen Umbruch und Aufbruch
Schicht im Schacht – was nun? Mit dem Auslaufen des Steinkohlenbergbaus ist im Ruhrgebiet eine Ära zu Ende gegangen, nicht aber der tiefgreifende Veränderungsprozess der Region. Aus dem einstigen Zentrum der Montanindustrie entstand eine vielfältige Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Kulturlandschaft. Doch die Erfolge des Strukturwandels sind nicht überall gleichermaßen spürbar. Hohe kommunale Schulden, Armut und soziale Ungleichheit bleiben Herausforderungen. Zugleich gibt es nicht das eine Ruhrgebiet: Neben Abstiegssorgen stehen Innovationskraft, neue Entwicklungsmöglichkeiten und die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden.
Wie unterschiedlich sich das Revier entwickelt, zeigt sich anschaulich in den Quartieren. Neben großen Entwicklungsprojekten und bekannten Industriedenkmälern sind es häufig kleinere Initiativen, die Veränderungen vor Ort anstoßen. Historische Gebäude erhalten neue Funktionen, ehemalige Industriestandorte werden für Kultur und Begegnung genutzt, Vereine und Nachbarschaften realisieren gemeinsame Projekte. Solche Aktivitäten können strukturelle Probleme nicht lösen, leisten aber einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Gestaltung des unmittelbaren Lebensumfelds.
Mit dieser Ausgabe der Heimat Westfalen führen wir unser Themenjahr „Ort schafft Gemeinschaft – Räume, die verbinden“ ins westfälische Ruhrgebiet. Wie sich die Region seit der Industrialisierung entwickelte, untersucht Apl. Prof. Dr. Stefan Goch in seinem Beitrag. Nicht nur die großen Industriedenkmäler erzählen von der Transformation des Ruhrgebiets. Die freiberufliche Historikerin Susanne Abeck spürt kleineren Schauplätzen im östlichen Revier nach, an denen Industriegeschichte und gegenwärtiges Kulturleben aufeinandertreffen. Wie vielfältig die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart des Ruhrgebiets ist, zeigen auch die Beispiele aus unserer Rubrik „Engagiert vor Ort“. Daran knüpfen unsere weiteren Beiträge mit Informationen zur Route Industriekultur, zur Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur sowie zu den LWL-Museen für Industriekultur an. Hinweise auf Veranstaltungen wie die Internationale Gartenausstellung 2027, Einblicke in die Trinkhallenkultur und praktische Handreichungen zur Stadtentwicklung ergänzen den Themenschwerpunkt.
Darüber hinaus stellen wir mit der Jubiläumsausgabe zum 125-jährigen Bestehen des LWL-Landeshauses in Münster eine neue Veröffentlichung unserer Reihe „Westfälische Kunststätten“ vor.
Editorial, Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des WHB