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Neuerscheinung
Denkmal-Landschaften. Politischer Totenkult

*Hettling, Manfred; Kenkmann, Alfons: Denkmal-Landschaften. Politischer
Totenkult, Geschichtskultur und Geschichtspolitik im Wandel. Aschendorff
Verlag, Münster 2026, 361 Seiten, ISBN 978-3-402-25267-3, 55,00 €*

Jedes Denkmal steht für sich – und jedes Denkmal ist immer Teil eines
komplexen Gefüges von vielen anderen Monumenten. Daraus entstehen
„Denkmal-Landschaften“, die einen materiellen Kern jedes nationalen
Erinnerungsraums bilden. Dieser erfährt in modernen liberalen
Gesellschaften eine permanente Veränderung. Denkmäler werden umgedeutet
und umgelagert, manche wollen sie als Zeichen der Ablehnung einer
mißliebigen Vergangenheit auch umgestalten, oder gar umdrehen. Doch
Denkmale werden in heutiger Zeit sehr selten zerstört, sondern statt
dessen auf Friedhöfen oder in Museen stillgestellt. Das darf man bei dem
aktuellen Protestaktivismus mit symbolischen Schändungen wie
Farbschmierereien nicht übersehen: der heutige „Denkmalsturz“ besteht
meist aus einer Musealisierung (und dadurch erst recht Bewahrung).

Die Transformation dieser Denkmal-Landschaften vollzieht sich meist in
öffentlichen Kontroversen und Aushandlungen. Ohne diese
gesellschaftlichen Debatten wäre der Erinnerungswert von Denkmalen sehr
begrenzt, weil sie keine Aufmerksamkeit auf sich zögen. Der Band
versammelt zwölf Analysen zur Umgestaltung von Denkmal-Landschaften. Den
Schwerpunkt bilden deutsche Beispiele. Besonderheiten und
Gemeinsamkeiten werden dabei sichtbar durch den Vergleich auf die
Denkmal-Landschaften in den ehemaligen Südstaaten der USA, im
postsowjetischen Raum Osteuropas, in Ostasien und Israel.