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Gesichter der Wismut,
Gesichter der Wismut
Neue Ausstellung im LWL-Museum Zeche Nachtigall*
Witten (lwl). Passend zum Tag der Deutschen Einheit eröffnet im
LWL-Museum Zeche Nachtigall in Witten am Samstag (3.10.) die
Sonderausstellung „Gesichter der Wismut – Strahlender Alltag,
Geheimnisse und Folgen des Uranabbaus in der DDR“. Der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bietet um 14 Uhr eine
Kuratorinnenführung mit Rike Schreiber, Ausstellungsmacherin und
Projektkoordinatorin von der Gedenkstätte Amthordurchgang, an. Die
Teilnahme ist kostenlos und ohne Voranmeldung möglich.
Die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Ostthüringen entwickelte
Ausstellung erzählt die Geschichte eines Industriezweigs, der die
Regionen Erzgebirge und Gera-Ronneburg über Jahrzehnte nachhaltig
geprägt hat. Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet ist weithin bekannt.
Weniger bekannt ist, dass sich in der DDR bis zum Ende der 1980er-Jahre
eine der bedeutendsten Uranabbau- und Uranaufbereitungsregionen Europas
befand. Die Wismut förderte Uran für das sowjetische Atomprogramm.
Zurück blieben tiefgreifende Veränderungen für Landschaft, Wirtschaft
und Gesellschaft. Die Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher
mit auf eine Reise durch die Geschichte des DDR-Uranbergbaus – vom
Aufbau der Schächte über die Arbeits- und Lebensrealitäten der
Wismut-Familien bis zu den gesellschaftlichen Kontroversen rund um
Fortschrittsideologie, gesundheitliche Folgen und soziale Integration.
In vier Themenbereichen widmet sich das Projekt der Geschichte und dem
Erbe des Uranbergbaus der Region Ostthüringen. Zentral sind der Alltag
der Beschäftigten der SDAG Wismut im Kontrast zwischen hoher sozialer
Integration und strikter Geheimhaltung. Das Projekt thematisiert
weiterhin den Einfluss global-politischer Kontexte des Kalten Kriegs auf
die Bezirksstadt Gera, sowie die sozialen und ökologischen Folgen der
deutschen Wiedervereinigung für die Region Ostthüringen.
Erstellt hat die Ausstellung die Gedenkstätte Amthordurchgang in Gera
als intergenerationales Projekt mit Zeitzeug:innen und Schüler:innen.
Weiteres Programm am 3. Oktober: Neben stündlichen Führungen durch das
Besucherbergwerk für Kinder ab sechs Jahren (10.30 bis 16.30 Uhr) können
junge Besucher:innen ab acht Jahren von einem Profi das Schmieden
erlernen und eigene kleine Objekte herstellen. Zeitslots für je 30
Minuten werden an der Kasse vergeben. Das Museum bietet ganztägig
Fahrten mit der eigenen Museumsbahn über das Gelände an und lädt um 12
und 15 Uhr zur Schauvorführung der historischen Dampffördermaschine ein.
Der Eintritt ins Museum ist am 3. Oktober frei.
*Veranstaltungsort*
LWL-Museum Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35, 58452 Witten