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Stadtführung
Kriegsende in Hattingen

Freitag, 8. Mai 2026, 18:00 Uhr

„War da nicht irgendwas mit Krieg?“
Stadtführung erinnert an das Kriegsende in Hattingen

Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa – und damit einen historischen Wendepunkt, der bis heute nachwirkt. Genau 81 Jahre später, am Freitag (8.5.), lädt das LWL-Museum Henrichshütte gemeinsam mit der Agentur „Hattingen zu Fuß“ unter dem Titel „War da nicht irgendwas mit Krieg?“ zu einer Stadtführung ein, die an das Kriegsende in Hattingen erinnert. Beginn ist um 18 Uhr am Stadtmodell auf dem Untermarkt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, was das Kriegsende konkret für Hattingen bedeutete. Die Stadt war in den letzten Kriegswochen schwer getroffen worden: Verheerende Bombenangriffe im März 1945 zerstörten große Teile des Stadtgebiets, im April rückten US-Truppen ein. Die Bilanz ist erschütternd: Von 5.674 Häusern blieben lediglich 383 unbeschädigt, 909 Menschen verloren in Hattingen ihr Leben, weitere 987 fielen an der Front. Hinzu kommen zahlreiche Opfer unter Zwangsarbeitenden.

„Die Henrichshütte ist eng mit der Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg verbunden. Panzerbleche und Granaten, Geschützrohre und Panzergehäuse wurden in Hattingen produziert. Fast die Hälfte der Belegschaft bestand gegen Ende Kriegs aus Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern“, erläutert Robert Laube, Leiter des Museums Henrichshütte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). „Mit dieser Geschichte stehen wir als Museum heute in einer besonderen Verantwortung. Der 8. Mai steht für das Ende von Krieg und Diktatur – aber auch für den Beginn eines schwierigen Neuanfangs. Gerade in Zeiten globaler Krisen ist es wichtig, sich diese historische Zäsur bewusst zu machen.“

Stadtführer Lars Friedrich nimmt die Teilnehmenden am 8. Mai mit auf einen rund einstündigen Rundgang durch die Hattinger Innenstadt. Dabei werden Orte aufgesucht, an denen sich die Umbrüche jener Zeit besonders eindrücklich nachvollziehen lassen. Die Führung beleuchtet nicht nur die historischen Ereignisse, sondern hinterfragt auch gängige Deutungen der sogenannten „Stunde null“.

Das Angebot ist kostenfrei. Unterstützt wird die Veranstaltung von den Initiativen „Buntes Hattingen gegen Rechts“ sowie „Hattingen für Vielfalt und Demokratie“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Treffpunkt
Stadtmodell auf dem Untermarkt, Hattingen