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Tagung
Das vergessene Revier? Die Geschichte der Braunkohlenförderung im Rheinischen Revier
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*Tagung:*„Das vergessene Revier? Die Geschichte der Braunkohlenförderung
im Rheinischen Revier“*
Veranstalter: LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte;
LVR-Fachbereich Zentrale Dienste, Strategische Steuerungsunterstützung –
„geSCHICHTEN Rheinisches Revier“; Landeszentrale für politische Bildung
NRW; Nell-Breuning-Haus Herzogenrath
Die Tagung nimmt die Geschichte der Braunkohlenförderung im Rheinischen
Revier vom ausgehenden 19. bis in die jüngste Zeitgeschichte in den
Blick. Sie wählt einen multiperspektivischen Ansatz, der
wirtschaftliche, politische und soziale Perspektiven zusammenführt. Auf
dieser Basis möchte die Tagung das Forschungsfeld vermessen und
diskutieren, wie die Braunkohlenförderung einen spezifischen
Wirtschaftsraum etablierte und die regionalen Identitäten im Rheinischen
Revier prägte.
Die Braunkohlenförderung im Rheinland reicht bis in die Frühe Neuzeit
zurück. Ihre volle Bedeutung erlangte sie jedoch erst mit der
Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert, als durch den
Maschineneinsatz eine tiefgreifende Veränderung der Fördermethoden und
–mengen möglich wurde. Die Braunkohle im Rheinischen Revier diente als
Energiequelle für die energieintensiven Industrien an Rhein und Ruhr.
Zudem deckte sie den gestiegenen Strombedarf in den Städten im
Rheinland. Im Gegensatz zur mittlerweile intensiv erforschten Steinkohle
ist die große Bedeutung der rheinischen Braunkohle für die Industrie und
die Wärmeproduktion, für politische Entwicklungen und insbesondere für
die Menschen im Rheinland jedoch kaum erfasst worden.
Insofern wird die Tagung die Braunkohlenförderung im 19. und 20.
Jahrhundert in den Fokus nehmen und in ihren verschiedenen Aspekten in
Bezug auf die Region beleuchten. Hierzu zählen zum einen
wirtschaftlich-technische Perspektiven, wie etwa die Rolle der
Braunkohle für die Industrialisierung oder die Bedeutung zentraler
Unternehmen für die Region. Zum anderen kommen soziale Aspekte wie etwa
Umsiedlungsprozesse in den Blick. Darüber hinaus ist die Frage nach dem
Verhältnis von Braunkohle und Politik relevant. Wie kamen politische
Entscheidungsprozesse zustande, etwa im Braunkohleausschuss, und wie war
das Verhältnis der Braunkohleunternehmen zur Politik? Welche Erwartungen
knüpften die Menschen in der Region, die Unternehmen und politischen
Parteien an die Braunkohlenförderung, und wie wandelten sich diese
Erwartungen im Laufe der Zeit? Die verschiedenen Aspekte zusammenführend
wird es um die Frage gehen, wie die Braunkohlenförderung einen
spezifischen Wirtschaftsraum etablierte und die regionalen Identitäten
im Rheinischen Revier prägte.
Die Tagung wählt bewusst diesen multiperspektivischen Ansatz, um das
Forschungsfeld zu vermessen und Desiderata herauszuarbeiten. Zudem will
sie den Diskussionen um das Erbe der Braunkohle eine historische
Tiefendimension verleihen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Programm und Anmeldung hier.
<www.hsozkult.de/event/id/event-159847>*
Veranstaltungsort*
Nell-Breuning-Haus
Wiesenstraße 17, 52134 Herzogenrath