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Neuerscheinung
Ernst Ein Sozialist wird Bottroper Oberbürgermeister.

*Sahin Aydin: Ernst Ender: Ein Sozialist wird Bottroper
Oberbürgermeister. Alternative Beitrage zur Bottroper Stadtgeschichte,
Band 2. Tredition GmbH, Ahrensburg 2024, 108 Seiten, ISBN 9783347515482,
10,00 €*

„Ein Leben für die Freiheit“ titelte die „Westfälische Rundschau“
anlässlich des 80. Geburtstages von Ernst Ender am 4. Juli 1961. Ender
wurde 1881 in Haina in Thüringen geboren und kam 1912 im Alter von 31
Jahren nach Bottrop, um im heimischen Bergbau zu arbeiten. Als Mitglied
der Gewerkschaft gründete er 1911 eine Ortsgruppe der SPD. Nach dem Ende
des Ersten Weltkriegs wirkte er im Arbeiter- und Soldatenrat mit. 1931
wurde er Mitglied der „Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands“
(SAPD), die für die Einheitsfront der Arbeiterbewegung gegen den
drohenden Faschismus eintrat. Nach der Machtübertragung auf die NSDAP
mit Adolf Hitler als Führer brachen für Ender schwere Zeiten an. Wegen
angeblichen Hochverrats wurde er zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Er
soll illegale Schriften gelesen haben und sich 1935 an einer Maifeier
der SPD und SAPD beteiligt zu haben.

Nach 1945 setzte ihn das US-Militär als ersten demokratischen
Oberbürgermeister ein.  1952 schied Ernst Ender aus der aktiven Politik
aus. Am 23. Oktober 1958 erhielt er für seine Verdienste um die Stadt
Bottrop das Bundesverdienstkreuz. Auf Initiative des Autors wurde 2021
ein Stolperstein für Ernst Ender in Bottrop vor dem ehemaligen Wohnhaus
in der Fuchsstraße 2 verlegt.

Sahin  Aydin erzählt in dem neuen Buch seiner Reihe über „local heros“
die Lebensgeschichte des ersten Oberbürgermeisters von Bottrop nach der
Befreiung vom Hitler-Faschismus. In diversen Archiven des Ruhrgebietes
und des Landes sowie in Römhild in Thüringen recherchierte er das
Material für diese Publikation.

*Şahin Aydin* wurde am 2. Mai 1968 im Dorf Şamiskon (Şemsik) im
türkischen Teil Kurdistans geboren. Mit fünf Jahren nahmen ihn seine
Eltern mit nach Deutschland. Aufgewachsen ist er in Gronau/Westfalen. Er
lebt mit seiner Familie in Bottrop. Schon als Jugendlicher interessierte
er sich für die deutsche Geschichte und später besonders für die der
Arbeiterbewegung. Er forschte u. a. zur Novemberrevolution 1918, zum
revolutionären Aufstand 1919 in Bottrop, zum Kapp-Putsch 1920 und den
reaktionär-monarchistischen Freikorps jeweils mit Schwerpunkt in
Bottrop, aber auch zur Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus
in Gronau/Westf. und in Bottrop. Als Ergebnis publiziert er mehrere
Biografien zu Bottroper „local Heros“ der Arbeiterbewegung und zu
Widerstandskämpferinnen in Gronau. Zahlreiche „Stolpersteine“ in und um
Bottrop und Gronau und Essen sind seiner Initiative zu verdanken.