Geschichte

Im Mai 2017 war es 25 Jahre her, dass sich das Forum Geschichtskultur gegründet hat. Die Idee, ein offenes und selbstverwaltetes Netzwerk zu gründen, war 1991 bei dem ersten Geschichtswettbewerb der Internationalen Bauausstellung Emscherpark (IBA) und der Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege entstanden.

Kurz darauf wurde das Forum gegründet, dessen Selbstverständnis 2001 so beschrieben wurde: „Die Zukunft einer Region entwickelt sich nur, wenn sie sich ihrer Vergangenheit bewusst ist. Besonders ermöglicht durch die finanzielle Förderung durch die Nordrhein-Westfalen Stiftung für Heimat, Kultur- und Naturschutz trat das Forum Geschichtskultur im Jahr 1992 an, das Geschichtsbewusstsein in der Region zu fördern und alle historisch Interessierten und zur Regionalgeschichte professionell Arbeitenden in ihren Vorhaben zu unterstützen und untereinander zu vernetzen.“

Diesem Selbstverständnis fühlt sich der Verein auch heute noch verpflichtet und veranstaltet daher in Kooperation mit finanziell potenten Kooperationspartnern Geschichtswettbewerbe. Um den Informationsaustausch zwischen historischen Vereinen, Geschichtswerkstätten, Bürgerinitiativen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Universitäten und Schulen zu fördern, pflegt das Forum eine Mailingliste als Informationsportal für die Geschichtsszene des Ruhrgebiets und gibt zwei Mal im Jahr mit vier Institutionen der regionalen Geschichtskultur die Zeitschrift Forum Geschichtskultur Ruhr heraus.

Über die Jahre hat das Forum Geschichtskultur darüberhinaus nicht nur Exkursionen und Weiterbildungsveranstaltungen angeboten, sondern auch geschichtspolitische Diskurse begleitet, wie ab 2000 die Diskussion um die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen – ein Ergebnis war die Erstellung der Übersicht „Zwangsarbeit im Ruhrgebiet – Formen der Erinnerung und Aufarbeitung. Kurzdarstellung einer Befragung der Stadtarchive im Ruhrgebiet im Mai 2003″ – oder die Aufarbeitung der Geschichte von Homosexuellen im Ruhrgebiet, die 2015 mit der vom Forum mitveranstalteten Tagung „Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung. Schwul-lesbische Lebenswelten an Ruhr und Emscher im 20. Jahrhundert“ erstmals angegangen wurde.