| Rezension Grütter, Heinrich Theodor Hg. im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts des Landes NRW und der Kultur Ruhr GmbH): Museumshandbuch Ruhrgebiet, Kunst Kultur und Geschichte, Bottrop: Pomp-Verlag, 2003, ISBN 3-89355-246-4, 21,- Euro Rezensiert von Gerhard Ribbrock, Mülheim an der Ruhr. In: Forum Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, 2004, H. 1 Wer weiß schon wie sich geografisch das Ruhrgebiet umschreiben lässt. Wollen wir nicht kleinlich sein, nach den hier vorgestellten Museen wäre die Grenze des Ruhrgebietes im Nordwesten in Xanten, im Süden in Brekerfeld bei Wuppertal und im Nordosten bei Hamm zu finden. 200 Einrichtungen werden in diesem Band vorgestellt. Sind es auch alles Museen? Viele Autoren haben die Texte zu den einzelnen Einrichtungen zusammengetragen. Es hätte der objektiven Darstellung gut getan, wenn kein Autor pro domo hätte schreiben dürfen. Besonders bei den kleinen Einrichtungen, die meistens als private Sammlungen zu bezeichnen sind und für gewöhnlich nur nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden können, sind Selbstbeschreibungen häufig. Zur Definition des Museums gehört, dass die Einrichtung eine Sammlung aufweisen kann. Was sammelt das "Kostede Museum für Überlebenskunst"? Schnapsideen? So stößt der gutwillige Leser auf eine Reihe von Kuriositäten, die natürlich jeder sammeln darf wie er will, aber mit dem Begriff Museum nicht geschmückt werden sollte. Weniger ist manchmal mehr und neben den gesammelten Objekten gehört im Museum die wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlung mit zur Definition. Natürlich hat dieses Handbuch seine Verdienste, es stellt die Museen und Sammlungen der Region auf einem aktuellen Informationsstand vor. Darunter sind die jüngsten Beispiele wie das Archäologische Landesmuseum in Herne oder Atlantis Kindermuseum Duisburg aktuelle Neueröffnungen. Soweit zum Zeitpunkt des Redaktionsschluss vorhanden sind auch die Internetadressen verzeichnet, auf die heute eigentlich kein Museum mehr verzichten sollte, will es seine Besucher aktuell informieren. Es hat der Neuauflage gut getan, nicht mehr die vielen Sparkassen - Galerien und andere temporären Ausstellungsmöglichkeiten des Ruhrgebietes zu verzeichnen. Denn der Titel "Museumshandbuch" verspricht mehr als der Inhalt liefert, nämlich Handbuch zu sein, das eigentlich die Geschichte der Museen und Sammlungen im Ruhrgebiet behandelt. Es bedürfte vieler Dinge mehr, um sich Handbuch nennen zu können: Alles das noch aufzuführen, was den Betrieb eines Museums gewährleistet wie Personal, Ausstellungs- und Depotflächen, Sammlungskonzept oder technische Rahmenbedingungen, in der die Sammlungen untergebracht sind. Und natürlich die Definition dessen, was ein Museum ausmacht. Sein Begriff wird sehr schwammig angewendet, wenn schon ein Erfahrungsfeld der Sinne ausreicht, Museum genannt zu werden. In unserer hektischen Zeit wünschte man sich den Aufbau manches Artikels gestraffter. Wer ein Museum ansteuert, möchte zunächst wissen, welche Sammlungsinhalte dort gezeigt werden, dann erst die Geschichte des Hauses in aller Breite kennen lernen. Um die Vielfalt der Museen und Sammlungen im Ruhrgebiet in Erfahrung zu bringen, ist diese Publikation sicher eine sehr nützliche Informationsquelle. Für den "eiligen" Informationsbedürftigen dagegen erschließen sich die Museen nur durch geduldige Lektüre. Zu wünschen wäre eine vergleichende Gesamtbeurteilung, wie wir sie von den Restaurantführern kennen, wonach in einer Punktewertung Sammlung, Service, Vermittlung und Ambiente beurteilt würden. Ein Buch für Museumsfreunde und Interessenten an Sammlungen jeglicher Art, das in seiner Fülle das Wesentliche nicht gleich vermittelt.
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