| Rezension
Unterfeld, Birgit / FOPA (Hg.), FrauenStadtBuch. Wir blättern die Frauenseiten Dortmunds auf und um ..., Dortmund: Ingrid Lessing Verlag 2000, 240 S., 25 DM, ISBN 3-929931-08-7 Rezensiert von Vera Konieczka, Dorsten Wenn die Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen ein FrauenStadtbuch herausgibt, darf frau (und man) gespannt sein. Nicht nur, dass man mit einem neuen Blick auf Bekanntes rechnen kann, auch Neues gilt es zu entdecken. Für alle, die Dortmund aus einem weiblichen Blickwinkel betrachten möchten, in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen eine Anregung, eine Beratung, eine Information, eine Dienstleistung suchen oder einfach nur schmökern wollen, ist das Buch gedacht, das Birgit Unterfeld (FOPA) herausgebracht hat und von der Fotografin Susanne Beimann mitgestaltet wurde. Entstanden ist ein Stadtführer besonderer Art, lesenswert nicht nur für Alt- und Neu- Dortmunderinnen, sondern für alle, die die alte Stadt einmal aus weiblicher Sicht erkunden wollen. Das Buch ist übersichtlich in sieben Kapitel aufgeteilt: Essays, Kultur und Freizeit, Beruf und Bildung, Forschung, Wissenschaft und Politik, Beratung und Hilfe, Medizin und Gesundheit, Anzeigen. Neben Projektbeschreibungen wurde jeweils ein Adressen- und Serviceteil mit aufgenommen. Ergänzt wird dies durch ein Stichwortverzeichnis und einen FrauenStadtPlan, der das Aufsuchen von Projekten, Beratungsstellen und frauenspezifischen Einrichtungen erleichtert. Hanne Hieber, Mitbegründerin des Frauengeschichtsvereins Spinnennetz Dortmund und eine der Initiatorinnen historischer Frauenstadtrundgänge in Dortmund, gibt einen Überblick über die Dortmunder Frauengeschichte. Historisch schlägt sie den Bogen vom Mittelalter bis zur neuen Frauenbewegung. Einige ungewöhnliche Frauen werden vorgestellt, der Alltag gewöhnlicher Frauen wie der der Arbeiterfrauen, Dienstmädchen und Weißnäherinnen im 19. Jahrhundert darüber jedoch nicht vergessen. Es fällt leicht und macht Spaß, ihr auf den Spuren der Dortmunder Frauen zu folgen. Schwieriger wird es manchem Leser und mancher Leserin schon fallen, im historischen Dickicht um den Stadtnamen der Fährte der Stadtgründerin nachzugehen. Drutmunde - ja oder nein, das bleibt eine Frage. Im Mittelpunkt ist jedoch die Einladung zu sehen, das große Feld der Spekulation um die Entstehung der Stadt nicht einfach männlichen Forschern zu überlassen. Die essayistischen Eindrücke, die Dortmunder Autorinnen zu ihrer Stadt aufs Papier brachten, machen neugierig auf mehr: Welche alltäglichen Orte gibt es noch in Dortmund auf eigene Faust neu zu entdecken? Welche offenbaren beim zweiten Blick ein anderes als ihr gewöhnliches Gesicht? ”Dortmund ganz anders” heißt es im Untertitel. Dass die hier aufgeführten Orte unterschiedlich erreichbar bleiben werden, versteht sich bei der angebotenen Bandbreite vom virtuellen Frauenbüro bis hin zum Institut für Paradiesforschung von selbst. Porträts engagierter Frauen ergänzen die Projektdarstellungen der einzelnen Kapitel. Klar ist das Bekenntnis, zugunsten von Frauen Politik und Gesellschaft mitzugestalten und der Stadt ein weibliches Gesicht zu geben. Frauenbewegung passé? Noch sind Frauen nicht überall da angekommen, wohin sie woll(t)en. Das FrauenStadtBuch zeigt ihre Wege in Vergangenheit und Gegenwart auf - und ermutigt, sich selbst auf den Weg zu machen. |
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