| Rezension Sandgathe, Hanswerner: Styrum – Grafen Untertanen Bürger Verlag Karl Maria Laufen, Oberhausen 2001 rezensiert von Hans Kania, Dortmund Hanswerner Sandgathe erinnert sich an den Ort seiner Kindheit. Entstanden ist dabei dieses schwergewichtige Buch im A 4 Format mit 381 Seiten und sehr zahlreichen, teils farbigen Abbildungen, gedruckt auf Glanzpapier. Für jeden, der irgendwann einmal Interesse an der Geschichte des heutigen Oberhausener Stadtteils entwickelt hat, ist es eine äußerst wertvolle Sammlung von Informationen, Bildern und Geschichten. Man spürt die Faszination des Autors bei der Beschäftigung mit der lokalen Geschichte. Dies kann auch in seinem Vorwort Prof. Heinz Reif (geboren in Oberhausen Altstaden) bestätigen: "In einer Hinsicht aber sind wir … alle Historiker, zumindest von einem bestimmten Lebensalter an: Wir wollen im Rückblick durch Erinnerung, unser eigenes Leben zurückgewinnen, festhalten, begreifen. … In seiner Erinnerungsarbeit hat er (der Autor) sich mit seiner Familie, seine mit anderen Styrumern, alle anderen Styrumer wiederum mit Gebäuden, Räumen und Landschaften Styrums verbunden." Hanswerner Sandgathe ist kein ausgebildeter Historiker. Nach seiner Pensionierung als Leiter einer großen Bankfiliale stürzte er sich mutig und engagiert in die Aneignung der lokalen Geschichte. Vom Königshof am Hellweg über den Beginn der Industrialisierung, mit einem kleinen Schwerpunkt bei der Geschichte der evangelischen und katholischen Kirche in Styrum, geht seine ‚historische Reise‘ auch zu weniger erfreulichen Erinnerungen an Kaiserreich und Nationalsozialismus. Einige ausgewählte ‚Lebenslinien Styrumer Persönlichkeiten‘ geben schließlich interessante Einblicke in die Nachkriegszeit, die durchaus exemplarischen Charakter haben. Die facettenreiche Darstellung ist geprägt durch die beeindruckende Faszination des Autors von der eigenen persönlichen und darüber hinaus auch von der lokalen Geschichte. Ich hüte mich nun davor, die Arbeit des historischen Laien Hanswerner Sandgathe mit dem Maßstab professioneller Geschichtsschreibung zu betrachten. Statt dessen bemerke ich zum Abschluss, dass manch professionelle Geschichtsschreibung sich von der Freude des Autors am Blick zurück in die Vergangenheit inspirieren lassen sollte. Schließlich bleibt noch der Hinweis für die meisten von uns, das uns das Buch ein Ansporn sein sollte, unsere historischen Erkenntnisse endlich auch in einer reich bebilderten, 381 Seiten starken Publikation im DIN A 4 Format zu veröffentlichen! |
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