|
"Rückblende. Geschichtskultur-Preis"
Am Sonntag, dem 26. November, ging das 14. Festival für Video und Film "Blicke aus dem Ruhrgebiet" mit der Preisverleihung zu Ende, bei der zum zweiten Mal der von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und vom Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher gestiftete Preis "Rückblende. Geschichtskultur-Preis" verliehen wurde. Die Jury zeichnete damit den Film "Kanalkröpper" des Essener Michael Maas aus, der dafür auch den Publikumspreis erhielt. Michael Maas erhielt den Preis "Rückblende" für - so die Jury - das Nahebringen einer originären Ruhrgebiets-Jugendkultur, die sich von Generation zu Generation in ihrer Faszination fortsetzt. Außerdem wird sein Gespür in der Annäherung an die Interviewpartner und der souveräne Umgang mit dem Material und den Zeitebenen im Film honoriert. Die Jury weist ebenso auf den besonderen Umstand hin, dass Michael Maas den Film komplett alleine gemacht konzipiert und umgesetzt hat. Die Wettbewerbsjury setzte sich zusammen aus Britta Wandaogo(Filmemacherin, Köln), Karsten Stempel (seit 2003 Ko-Leiter des Internationalen KurzFilmFestivals Hamburg), Vasco Tjong-Ayong (Mediengestalter und Musiker) und Anke Teuber (seit 1995 freie Festivalmitarbeit bei femme totale Dortmund, seit 1997 Leitung / Programmgestaltung des Endstation Kinos Bochum).
Der Film "Kanalkröpper" Als Fahrradfahrer hat Michael Maas die Atmosphäre am Kanal kennen und schätzen gelernt. So entstand die Idee, die besondere Atmosphäre und das vielfältige Treiben am Kanal an heißen Sommertagen filmisch zu dokumentieren. Dabei interessierte ihn auch der historische Vergleich: Was war früher am Kanal anders als heute? Was ist über die Jahrzehnte gleich geblieben? Durch historische Fotos (1930er bis 50er Jahre) sowie durch Berichte von Zeitzeugen versucht der Film, diese Fragen zu beantworten. Ziel des Filmes ist es, eine lebendige und für das Ruhrgebiet typische Alltagskultur in ihrer heutigen Ausprägung und in ihrer geschichtlichen Entwicklung zu dokumentieren. Der Titel "Kanalkröpper" ist eine (wahrscheinlich selbstironische) Bezeichnung der Kinder und Jugendlichen, die den Kanal in den 1930er und 40er Jahren bevölkerten. "Kröpper" ist die ruhrgebietstypische Bezeichnung für "Tauben".
Der Filmemacher Michael Maas, 1969 in Duisburg geboren, hat in
Essen Diplom-Pädagogik studiert, in Kassel über das Thema "Adoleszenz und
Schule" promoviert und arbeit seit sechs Jahren als Leiter des Projektes
"Lernen wie man lernt" im Essener Kinderschutzbund. Das Videofilmen
betreibt Michael Maas als Hobby seit ca. 15 Jahren. blicke aus dem ruhrgebiet präsentiert als regionales Festival Filme von FilmemacherInnen aus der Region oder über die Region des Ruhrgebiets. Dieser zweifache lokale Bezug bestimmt das Profil des Festivals und damit den Rahmen für Austausch, Konfrontation und Auseinandersetzung. Innerhalb dieses Rahmens aber gewährt das Festival größtmögliche Freiheit: weder Form, noch Genre, weder Länge noch ästhetischer Zugang sind vorgeschrieben - und auch das bestimmt das Profil von blicke aus dem ruhrgebiet, das von der Eigenständigkeit und Originalität der eingereichten Produktionen lebt und diese fördern will. Forum / Programm Wettbewerb Sonderpreise: Für die lange N8 der 8 mm sucht blicke Super 8 Kurzfilme: alt oder neu - mit oder ohne Ton - schwarz- weiß oder Farbe - selbstgemacht oder gefunden. Das Festival findet vom 22. bis zum 25. November 2007 statt. Beiträge für das Festival 2007 können bis zum 8. September 2007 eingereicht werden! Anmedlung siehe unter www.blicke.org/ Veranstaltungsort:
|