Donnerstag,
8. März 2012, 19.00 Uhr
Vortragsreihe "Kohle, Gas, Öl, Strom - Energiewirtschaft im
Ruhrgebiet"
Vortrag: „Kraftstoffwirtschaft
im Ruhrgebiet“
Referent:
Dietmar Bleidick, Bochum
Das
Ruhrgebiet gehört zu den großen Zentren der deutschen
Energieproduktion und -distribution. Zur Steinkohlenförderung traten um
die Wende zum 20. Jahrhundert verstärkt die Bereiche Kohleveredelung,
Kohlechemie und Elektrizitätserzeugung. Nach dem Zweiten Weltkrieg
wurden diese Schwerpunkte sukzessive durch die neuen Energieträger Erdöl
und Erdgas sowie die auf ihnen basierende Petrochemie ersetzt. Der
Vortrag zeichnet die grundlegenden Entwicklungslinien der
Kraftstoffwirtschaft des Ruhrgebiets nach und stellt die wichtigsten
Unternehmen vor. Der Schwerpunkt liegt auf den flüssigen Kraftstoffen für
den Straßenverkehr. Im Vordergrund der Betrachtung stehen Benzol und
Benzin als bedeutendste Produkte der Branche.
Dr.
Dietmar Bleidick ist Historiker und Publizist sowie Leiter des
Historischen Archivs BP/Aral.
Der
Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe „Kohle, Gas, Öl,
Strom – Energiewirtschaft im Ruhrgebiet“. Die Reihe ist eine
Kooperation des Umspannwerks Recklinghausen – Museum Strom und Leben
mit dem Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher und den
Volkshochschulen in Recklinghausen und Herne.
Die Vortragsreihe widmet sich der historischen Entwicklung der
Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie. Vorgestellt werden die
dazu notwendigen technischen Einrichtungen, aber auch die Akteure: von
den Unternehmen der Energiewirtschaft bis hin zum Endverbraucher. Noch
vor 200 Jahren standen den Menschen nur wenige Energiequellen zur Verfügung.
Feuerholz, menschliche und tierische Muskelkraft sowie Wind- und
Wasserkraft – das waren die energetischen Grundlagen der
vorindustriellen Gesellschaft. Mit der industriellen Revolution begann
das Zeitalter der Nutzung fossiler Brennstoffe. Zum bestimmenden Primärenergieträger
wurde die Steinkohle. Weitere fossile Brennstoffe wie die Braunkohle,
Erdöl und Erdgas kamen später hinzu. Seit dem Zweiten Weltkrieg spielt
die Kernenergie eine große Rolle bei der Energieversorgung. Eine
wachsende Bedeutung haben heute die erneuerbaren Energien. Die Primärenergieträger
werden zumeist zu Sekundärenergieträgern „veredelt“. Aus Rohöl
wird in Raffinerien Benzin oder Heizöl, aus Kohle oder Wasserkraft in
Kraftwerken elektrische Energie. Für die unterschiedlichen Energieträger
entwickelte man jeweils spezifische Verteilungssysteme, etwa Pipelines für
Öl und Gas. Bis der Verbraucher Energie nutzen kann, hat diese bereits
mehrere Bearbeitungsstufen durchlaufen und weite Transportwege zurückgelegt.
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort:
Umspannwerk Recklinghausen – Museum
Strom und Leben
Uferstraße 2-4
45663 Recklinghausen
02361-9842216/ -17
www.umspannwerk-recklinghausen.de