Ausstellungsbeschreibung
"Park-Stadt Oberhausen - Wiedergeburt eines historischen
Stadtzentrums
moderner Architektur - Fotografien von Thomas Wolf"
vom 7. Februar bis 18. April 2004
LUDWIG GALERIE Schloss Oberhausen
Die Fotografien von Thomas Wolf zeigen Oberhausen in einer Weise, die
niemand von einer Industriestadt erwartet: Kostbare Baumalleen und
ausgedehnte Grünflächen durchziehen die Stadt wie ein Netz pulsierender
Adern und kräftiger Lungen, und aus dem grünen Meer wachsen
Verwaltungsgebäude, Schulen und Wohnviertel - wie in einer Park-Stadt.
Seitdem die Industrialisierung im 19. Jahrhundert die Landschaft
rücksichtslos zu zerstören begann, wurden auch in den Städten des
Ruhrgebiets, als Ersatz für verlorene Natur, an den Rändern der Innenstädte
vielerlei Parks angelegt. Was jedoch im Zentrum Oberhausens von 1900 bis
in
die 1930er Jahre geschaffen wurde, war die Verwirklichung einer großen
städtebaulichen Utopie der modernen Architektur: Die Mitte der Stadt
selbst
wurde zum Park gemacht.
Dem Stadtbaumeister Ludwig Freitag gelang es damals, nicht nur die besten
Architekten der Berliner und Darmstädter Schulen zu Meisterwerken
backsteinexpressionistischer Architektur anzuregen, sondern diese Gebäude
sind mit den Parks und Baumalleen verwachsen zu einem einzigartigen Ganzen
von faszinierender rhythmischer Bewegtheit.
Eine in Deutschland einzigartige Park-Stadt moderner Architektur ist
damals
entstanden, aber man hat sie jahrzehntelang nicht mehr wahrgenommen. Die
Parks hatten sich dem Blick verschlossen, waren von wild wachsenden Hecken
und Sträuchern eingeschlossen. Kein Blick konnte die wunderbare Einheit
von
Stadt und Park mehr erfassen. Nun wird die Park-Stadt aus dem
Dornröschenschlaf wiedererweckt, die Hecken beschnitten, die Bäume
aufgeastet, die Randsteine der Parkwege aufgerichtet. Im Jahr des 75.
Stadtjubiläums wird die Park-Stadt am Grillopark und Rathaus
wiedergeboren.
Sie wird schöner sein als je zuvor, denn in den vergangenen Jahrzehnten
sind die auf den alten Fotos noch unscheinbaren Bäumchen zu mächtigen
Bäumen herangewachsen, die in räumlicher Wechselwirkung mit den
backsteinexpressionistischen Gebäudekomplexen und den ausgedehnten
Grünflächen im Wechsel von Licht und Schatten erst die ganze Schönheit
offenbaren.
Die Renaissance der Park-Stadt Oberhausen, wie sie mit der
Wiederherstellung des Grilloparks begann, macht nicht nur erlebbar, dass
diese Stadt über ein einzigartiges historisches Stadtzentrum der modernen
Architektur des 20. Jahrhunderts verfügt, sondern weist in ihrem Blick
zurück zugleich weit in die Zukunft. War doch die Park-Stadt damals von
dem
Stadtbaumeister Ludwig Freitag vor allem mit dem Ziel entwickelt worden,
einen "gesunden Stadtkörper mit einem Netz ausstrahlender Alleen und
Grünflächen als kraftvolle Adern und Lungen" zu gestalten.
Auf Gesundheit war die Park-Stadt der 1920er Jahre gerichtet und ist
dadurch eine der wichtigsten Erbschaften, die in die Zukunftsgestaltung
der
Stadt eingehen kann. Auch mit dem Projekt O'Vision, das in den nächsten
Jahren in der "Neuen Mitte" auf dem Gelände des ehemaligen
Stahlwerks
Thyssen entstehen soll, will sich Oberhausen - weit über die Stadt
hinausweisend - dem Thema Gesundheit verschreiben: "Eine Kathedrale
und ein
Marktplatz für die Dienstleistung an der Gesundheit des Menschen soll O'
Vision werden." (B. Drescher)
Die Ausstellung in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen und das
Katalogbuch wollen Oberhausen neu sehen lehren. Die Fotografien von Thomas
Wolf werden den Bewohnern der Stadt und ihren Besuchern die Augen öffnen
für die so-noch-nicht-gesehene Schönheit und Lebensqualität der
Park-Stadt
Oberhausen.
"Park-Stadt Oberhausen" findet im Hauptgebäude und im Kleinen
Schloss der
Ludwig Galerie statt. Im Mittelpunkt stehen 130 Farbfotografien im Format
50 X 60 cm und 16 Großfotografien im Format 200 x 300 cm von Thomas Wolf,
die die Parkanlagen und backsteinexpressionistischen Gebäudekomplexe in
ungewöhnlichen Total- und Detailansichten zeigen. Ergänzt werden sie
durch
wertvolle originale Architekturelemente wie Farbfenster des St. Josef
Hospitals aus den 30er Jahren, Messingleuchter der St. Michael Kirche aus
den 20er Jahren, faszinierende Bauzeichnungen sowie unbekannte historische
Aufnahmen und 60 Reproduktionen von Postkarten aus der Zeit von 1900 bis
1930.
Gegliedert ist die Ausstellung in: "Park-Stadt",
"Baumalleen - die Adern
der Stadt", "Wohnen im Park" und "Lob dem
Ziegel". Den Abschluss bildet das
städtebauliche Zukunftsprojekt O'Vision, das in großformatigen,
computergenerierten Bildern und Filmen, Entwurfszeichnungen und Modellen
einen Einblick in die Gestaltfindung des neuen Stadtteils, des Gläsernen
Menschen und des Stahlwerks gibt.
Die Schau wurde anlässlich des 75. Stadtjubiläums nach der
Zusammenlegung
der bis dahin eigenständigen Städte Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld
von
der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen in Zusammenarbeit mit dem
Rheinischen
Industriemuseum, dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck, dem Dezernat für
Planen, Bauen, Wohnen, Umwelt der Stadt Oberhausen, der Unteren
Denkmalbehörde, dem Stadtarchiv, dem Projektbüro Strukturwandel der
Stadt
Oberhausen, der Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH und den
Wirtschaftsbetrieben Oberhausen erarbeitet und sie wird von der
Stadtsparkasse Oberhausen, der Peter und Irene Ludwig Stiftung, der
Tourist
und Marketing Oberhausen, dem Verkehrsverein Oberhausen und dem WDR3
gefördert.
Die Ausstellung läuft vom 7.02. bis 18.04.2004. Die Öffnungszeiten sind
dienstags bis sonntags 11 Uhr bis 18 Uhr, montags ist geschlossen,
Ostermontag ist geöffnet. Am Sonntag, 7. März 2004 findet von 14 bis 18
Uhr
ein Tag der offenen Tür statt.
Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Außerdem gibt es
Familienkarten für 9 Euro.
Donnerstags ist der Eintritt frei. Öffentliche Führungen finden jeden
Sonntag um 11.30 Uhr statt. Die museumspädagogische Abteilung hält ein
umfangreiches Angebot für Erwachsene, Kinder und Schulklassen bereit. Die
LUDWIG GALERIE bietet begleitend zur Ausstellung für interessierte
Gruppen
und Vereine, Parteien und Verbände, Betriebsangehörige, Kirchengemeinden
und Nachbarschaftsinitiativen Gruppenermäßigungen, mehrere thematische
Führungen und für Gespräche und die Auswertung Ihrer Eindrücke zur
Stadtentwicklung die mietfreie Nutzung der Panoramagalerie an. Das
Katalogbuch, ein 170-seitiger Bildband im Breitformat, mit Fotografien von
Thomas Wolf und einem Essay von Prof. Roland Günter kostet 19,80 Euro.
Weitere Informationen gibt es unter www.ludwiggalerie.de.
Infoline:
0208/825/3828.
LUDWIG GALERIE Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer Allee 46
46047 Oberhausen
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